Es hatte alles gut geklappt: Die Kinder waren ausnahmsweise pünktlich aus den Betten gekommen, wider Erwarten hatte alles in den Kofferraum hineingepasst, die Autobahnen waren frei, sodass wir nicht im Stau standen. Es dämmerte schon, als wir nach stundenlanger Fahrt endlich am Berggasthof ankamen.
Die freundliche Gastwirtin zeigte uns die Zimmer und lud uns zum baldigen Abendessen ein. Es gab Spezialitäten der Region, traditionell zubereitete Käsespätzle aus der Allgäuer Küche. Das tat gut, nach der langen Reise gemütlich zu essen. Doch die Kinder wurden langsam ungeduldig. Wir unternahmen noch einen kleinen Abendspaziergang, vom Gasthof zunächst ein Stück die Weiden entlang und über den Berghang wieder zurück. Sogar in der Dunkelheit konnte man die mächtigen Silhouetten der Berge erahnen.
Am nächsten Morgen zeigte sich der Allgäu von seiner schönsten Seite: Strahlender Sonnenschein empfing uns, als wir nach dem reichhaltigen Frühstück zu unserer ersten Wandertour aufbrachen. Es war nicht leicht gewesen, die Kinder davon zu überzeugen, aber dann kam meine Frau auf die Idee, die Route zu wählen, die entlang der Skisprungschanze in Oberstdorf führte, welche unseren Jüngsten brennend interessierte. Für den Nachmittag hatten wir die beiden Wandermuffel mit einem Besuch in der Oberstdorfer Therme mitsamt Wellenbad geködert. Erst wandern, dann schwimmen – es war ein wunderbarer, aber anstrengender Tag. Alleine das Bergpanorama mit den Gipfeln in der Sonne war jeden Höhenmeter und jedes kurze Außer-Atem-Kommen wert gewesen. Nachdem die Wirtin uns mit frisch zubereitetem Abendessen verwöhnt hatte, fielen wir in unsere Betten.
Am nächsten Tag war – nach Mehrheitsbeschluss des Familienrats – Ausschlafen angesagt: Erst als die Sonne schon über den Berggipfeln hervorgetreten war und meine Frau und ich schon einen Morgenspaziergang zurückgelegt hatten, kam unsere Große in den Frühstückssaal getrottet. Für den Nachmittag hatten wir uns ein besonderes Ziel ausgesucht: Mit dem Auto ging es zu Schloss Neuschwanstein. Schon von weitem sahen wir das beeindruckende Schloss auf dem Hügel liegen. Einmal angekommen, zogen die wechselhafte Geschichte und die prunkvollen Zimmer und Einrichtungsgegenstände uns alle in ihren Bann.
Am nächsten Morgen stand schon die Abreise auf dem Programm. Dieses Mal hatte die Zeit nur für ein langes Wochenende gereicht. Aber in Anbetracht der Freundlichkeit der Leute, der atemberaubenden, ursprünglichen Landschaft und den vielen Möglichkeiten für Jung und Alt waren wir sicher, dass unser nächster, dann längerer Urlaub Allgäu nur eine Frage der Zeit sein würde…








